Ariadne Daskalakis

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Die Geigerin Ariadne Daskalakis wurde in Boston (USA) als Tochter griechischer Eltern geboren. Neben Geigenunterricht bei Eric Rosenblith an der New England Conservatory Preparatory School erhielt sie eine humanistische Ausbildung an der Winsor School in Boston. Höhepunkte dieser Bostoner Zeit waren ihr Debut mit 16 Jahren mit dem Boston Pops unter Harry Ellis Dickson, als sie das Tschaikowsky-Violinkonzert aufführte, und eine Tournee nach Israel, wo sie mit Sir Yehudi Menuhin solistisch konzertierte. Hinzu kamen diverse regionale Preise und Auszeichnungen.

Darauf studierte Ariadne Daskalakis an der New Yorker Juilliard School bei Szymon Goldberg (ein verehrter Lehrer, der seine Studenten jedoch nicht öffentlich auftreten ließ). Zwei Jahre verbrachte sie in New York und wechselte dann ans Radcliffe College der Harvard University, wo sie 1993 ihren Bachelor of Arts mit Auszeichnung erhielt. Sie hatte ein Studienjahr in Berlin verbracht und ging nach ihrem Harvard-Abschluss zurück nach Berlin, um sich ganz der Entdeckung der europäischen Musikwelt zu widmen. An der Hochschule der Künste Berlin studierte sie bei Ilan Gronich und Thomas Brandis, dort legte sie das Diplom und das Konzertexamen ab, beides mit Auszeichnung. Währenddessen arbeitete sie regelmäßig mit dem Ensemble Oriol Berlin, ein junges, energische Ensemble, welches meist ohne Dirigenten auftrat. Unter der Leitung von Ilan Gronich und Sebastian Gottschick pflegte das Ensemble eine einzigartige Arbeitsethik und arbeitete mit Gästen zusammen wie Christian Tetzlaff, Christine Schäfer und Andreas Staier. Ariadne Daskalakis wurde bald Konzertmeisterin und übernahm eigene Einstudierungen. Zudem trat sie selber zunehmend solistisch auf.

Die Kammermusik war seit ihrer Kindheit immer ein wesentlicher Bestandteil ihres Schaffens gewesen. Die Arbeit mit dem Ensemble Oriol betrachtete sie in dieser Tradition - wie auch ihre solistischen Tätigkeiten heute: ausschlaggebend ist die gesamte Partitur; die Solopartie muss herausragen und den Ton angeben - und dennoch als organischer Bestandteil überzeugen. 1995 gründete sie das Manon Quartett Berlin mit ihren Kollegen Bernhard Forck (Violine), Sebastian Gottschick (Viola) und Anna Carewe (Cello). Über zehn Jahre konzertierte das Quartett in ganz Europa und in den USA und nahm zwei CDs für IPPNW-Concerts auf. Ein Schwerpunkt der Arbeit des Manon Quartettes war die historische Aufführungspraxis barocker und klassischer Werke. Die stilistische Vielfalt ihres Repertoires spiegelte sich auch in ihren vielen Rezitalen mit Klavier oder Cembalo wider.

Ariadne Daskalakis erlangte in den späten 1990er Jahren zunehmende Anerkennung als Solistin. Dank vieler künstlerischer Einflüsse entwickelte sie ihre einzigartige Klang-Technik, womit sie die nötigen Farben eines jeden Kontextes steuert und mit Leichtigkeit große Säale mit warmem Klang füllt. Der Erste Preis beim Berliner Gyarfas-Violinwettbewerbes hatte ihr die Leihgabe einer Violine von Antonio Stradivarius bis zum Ende ihres Studiums ermöglicht. Weitere Errungenschaften waren Preise beim Internationalen ARD-Wettbewerb München 1998 und beim St. Louis Symphony Competition 2000. Im selben Jahr wurde sie als jüngste Professorin für Violine an die Hochschule für Musik Köln berufen. Zudem wurde Ariadne Daskalakis mit Preisen der Harvard Music Association und der Dortmunder Mozart Gesellschaft ausgezeichnet.

Konsequent gelobt werden ihre leidenschaftliche Vermittlungsgabe, ihre makellose Technik und ihr klarer, voller Klang. Ariadne Daskalakis trat als Solistin mit Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks auf, mit dem Staatsorchester Athen, dem Prager Kammerorchester, dem English Chamber Orchestra, der Philharmonie Brno, dem Kölner Kammerorchester, der Kammerakademie Potsdam und dem Ensemble Oriol Berlin. Einige Aufführungen fanden ohne Dirigenten statt, andere wurden von so geschätzten Kollegen wie Dimitris Agrafiotis, Sergio Azzolini, Dennis Russell Davis, Michael Sanderling, Jörg-Peter Weigle und Sebastian Gottschick, ihrem Ehemann, geleitet. Sie konzertierte in Säalen wie der Kölner Philharmonie, dem Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, dem Herkulessaal und dem Prinzregententheater in München, dem Dortmunder Konzerthaus, der Megaron Konzerthalle in Athen, dem Prager Rudolfinum, dem Pariser Théâtre du Champs-Elysées und der Jordan Hall Boston. Sie gastierte bei den Bachtagen Ansbach, den Berliner Festwochen, dem Moritzburg Festival und dem Tanglewood Music Center Festival. Im Sommer 2009 debütierte sie beim Festival "Music from Salem" (New York) und den Kitzbüheler Sommerkonzerten.

Das Repertoire von Ariadne Daskalakis umfasst Epochen vom Frühbarock bis zur Moderne, mit den Schwerpunkten J. S. Bach, Wiener Klassik und Zweite Wiener Schule. Sie brachte ihr gewidmete Werke zur Uraufführung, wie etwa das Violinkonzert "Zeichnungen" von Caspar Johannes Walther, welches sie bei Musica Viva unter Leitung von Sian Edwards spielte, oder Christoph Coburgers "Herr K und Frau N", eine choreographierte Opera Mono mit Video-Installation. Beim zeitgenössischen Musikfestival "Sound Encounters" in Boston und anderen Projekten arbeitete sie eng mit den Komponisten Augusta Read Thomas, Kenji Bunch, Johannes Harneit, Jo Kondo, Georg Kröll und John Zorn zusammen. Sie führte außerdem Luigi Nonos "Hay que Caminar" für zwei Violinen auf und spielte mit dem Manon Quartett Berlin das fünfstündige Zweite Streichquartett von Morton Feldman. Als Barock-Geigerin arbeitete Ariadne Daskalakis mit dem Ensemble Selva della Musica und dem Ensemble Vintage Köln, welches sie mit den Kollegen Ursula Schmidt-Laukamp (Blockflöte, Traversflöte), Rainer Zipperling (Barock-Cello, Viola da Gamba) und Gerald Hambitzer (Cembalo) gemeinsam gründete.

Ariadne Daskalakis hat die gesamten Sonaten für Violine und Klavier von Joseph Joachim Raff und Gabriel Fauré mit der Pianistin Roglit Ishay eingespielt (bei Tudor und Carpe Diem). Für das Label Naxos nahm sie Werke von Lutoslawski, Szymanowski und Janacek mit der Pianistin Miri Yampolsky auf, ihrer Partnerin beim ARD-Wettbewerb. Ihre Einspielung von Violinkonzerten von Giuseppe Tartini mit dem Kölner Kammerorchester unter Helmut Müller-Brühl wurde sowohl von Naxos als CD des Monats, als auch von der Zeitschrift "The Strad" als "Concerto Selection" ausgezeichnet. Ihre nächste CD wird eine weitere Veröffentlichung für Naxos sein: die gesamten Violin-Sonaten von G.F. Händel, eingespielt auf der Barock-Violine.

August 2009

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